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Nominalrendite vs. Realrendite einfach erklärt: So sehen Sie, was Ihre Investition wirklich einbringt.

Nominalrendite vs. Realrendite einfach erklärt: So sehen Sie, was Ihre Investition wirklich einbringt.

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Wer Geld anlegt, achtet in der Regel zuerst auf die angegebene Rendite. Ob Sparbuch, Anleihen, Aktien oder ETFs, überall werden Renditen beworben. Doch nicht jede Rendite spiegelt wider, wie stark Ihr Vermögen tatsächlich wächst.

Der entscheidende Unterschied liegt zwischen nominaler und realer Rendite. Während die nominale Rendite den reinen Wertzuwachs widerspiegelt, berücksichtigt die reale Rendite zusätzlich die Inflation. Gerade in der Schweiz, wo die Inflation phasenweise steigt, kann dieser Unterschied erheblich sein.

In diesem Leitfaden erfahren Sie auf einfache und verständliche Weise, was nominale und reale Rendite bedeuten, wie man sie berechnet und warum die reale Rendite für Ihren langfristigen Vermögensaufbau entscheidend ist.

Wie hoch ist der Nominalertrag?

Der Nominalertrag ist der angegebene Zinssatz oder die Wertsteigerung einer Anlage ohne Berücksichtigung der Inflation.

Es zeigt an, um wie viel Prozent Ihr investiertes Kapital über einen bestimmten Zeitraum gestiegen ist.

Beispiel

Sie investieren CHF 10’000 in einen ETF. Nach einem Jahr beträgt der Wert Ihres Portfolios CHF 10’500.

Nominalrendite:
5 Prozent

Diese 5 Prozent stellen den reinen Wertzuwachs dar, unabhängig davon, wie sich die Kaufkraft in diesem Zeitraum verändert hat.

Die nominale Rendite ist die Kennzahl, die Banken und Vermögensverwalter üblicherweise kommunizieren.

.

Was ist der tatsächliche Ertrag?

Die reale Rendite berücksichtigt zusätzlich die Inflation. Sie zeigt, wie stark Ihre Kaufkraft tatsächlich gestiegen ist.

Steigende Preise lassen das Geld an Wert verlieren. Selbst wenn Ihr Vermögen nominell wächst, können Sie sich möglicherweise nicht mehr leisten als zuvor.

Beispiel mit Inflation

Nominalrendite: 5 Prozent
Inflation: 2 Prozent

Realer Ertrag:
etwa 3 Prozent

Obwohl Ihr Vermögen um 5 Prozent gestiegen ist, beträgt Ihr tatsächlicher Kaufkraftzuwachs nur etwa 3 Prozent.

Warum ist die reale Rendite so wichtig?

Für Ihren langfristigen Vermögensaufbau ist nicht der Kontostand entscheidend, sondern Ihre Kaufkraft.

Wenn die Inflation höher ist als Ihre nominale Rendite, verlieren Sie real Geld.

Beispiel

Nominalrendite: 1 Prozent
Inflation: 2 Prozent

Realer Ertrag:
minus 1 Prozent

Obwohl Ihr Vermögen auf dem Papier wächst, sinkt Ihre Kaufkraft.

Dieses Risiko ist besonders hoch bei Sparkonten oder konservativen Anlagen, die niedrige Zinssätze bieten.

Wie berechnet man die reale Rendite?

Zur vereinfachten Berechnung können Sie folgende Formel verwenden:

Realer Ertrag ≈ Nominalertrag abzüglich Inflation

Für genauere Berechnungen gilt folgende Formel:

Realer Ertrag =
(1 + nominale Rendite) geteilt durch (1 + Inflation) minus 1

Konkretes Beispiel

Nominalrendite: 6 Prozent
Inflation: 2,5 Prozent

Realer Ertrag =
(1,06 / 1,025) − 1 = ungefähr 3,4 Prozent

Je höher die Inflation, desto stärker weicht die reale Rendite von der nominalen Rendite ab.

Nominal- vs. Realrendite in der Schweiz

Auch in der Schweiz spielt die Inflation eine wichtige Rolle. Obwohl sie über einen langen Zeitraum historisch niedrig war, lag sie in manchen Jahren deutlich höher.

Für Anleger bedeutet dies:

  • Kurzfristige Inflationsschwankungen können die Realrenditen stark beeinflussen.
  • Langfristig sollten die Investitionen die Inflation deutlich übersteigen.
  • Für die Altersvorsorge oder den Vermögensaufbau ist die reale Rendite entscheidend.

Dieser Unterschied ist insbesondere relevant für:

  • Lösungen der Säule 3a
  • Leistungen aus dem Pensionsfonds
  • Langfristige ETF-Sparpläne
  • Anleihenportfolios

Welche Anlagen bieten langfristig positive Realrenditen?

Historisch gesehen haben produktive Sachwerte wie Aktien langfristig höhere reale Renditen erzielt als reine Geldanlagen.

Typische Tendenzen:

  • Sparkonten erzielen oft negative Realrenditen.
  • Anleihen können je nach Zinsumfeld real leicht positiv oder negativ ausfallen.
  • Aktienmärkte erzielen in der Regel langfristig positive Realrenditen.
  • Immobilien können auch real ihren Wert erhalten oder steigern.

Wichtig: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Häufige Missverständnisse

Eine hohe nominale Rendite bedeutet automatisch Vermögenswachstum

Nicht unbedingt. Entscheidend ist, wie hoch die Inflation im gleichen Zeitraum war.

Niedrige Inflation ist für Investoren irrelevant.

Selbst niedrige Inflationsraten haben über Jahrzehnte hinweg starke Auswirkungen, insbesondere aufgrund des Zinseszinseffekts.

Der Realzins ist nur in Zeiten hoher Inflation relevant.

Selbst bei einer Inflation von 1 bis 2 Prozent summieren sich die Kaufkraftverluste über einen Zeitraum von 20 oder 30 Jahren erheblich.

Wichtig zu wissen

  • Der Nominalzins berücksichtigt die Inflation nicht.
  • Der Realertrag zeigt den tatsächlichen Kaufkraftzuwachs.
  • Für langfristige Ziele ist die reale Rendite entscheidend.
  • Die Inflation hat über die Jahre einen stärkeren Einfluss, als viele Anleger annehmen.
  • Insbesondere bei der Altersvorsorgeplanung sollten Sie real rechnen.

Zusammenfassung

Die nominale Rendite zeigt, wie stark Ihr Vermögen auf dem Papier wächst. Die reale Rendite hingegen zeigt, wie stark Ihre Kaufkraft tatsächlich zunimmt.

Für Ihren langfristigen Vermögensaufbau in der Schweiz ist die reale Rendite entscheidend. Nur wenn Ihre Anlagen die Inflation dauerhaft übertreffen, wächst Ihr Vermögen real.

Wer investiert, sollte daher nicht nur auf die Prozentsätze achten, sondern auch immer die Inflation berücksichtigen.

FAQs

Worin besteht der Unterschied zwischen nominaler und realer Rendite?

Die nominale Rendite zeigt den reinen Wertzuwachs einer Investition. Die reale Rendite berücksichtigt zusätzlich die Inflation und zeigt den Kaufkraftgewinn.

Warum ist der reale Ertrag wichtiger?

Denn es zeigt, ob Ihr Vermögen tatsächlich an Kaufkraft gewinnt oder verliert.

Wie hoch sollte die reale Rendite sein?

Für einen langfristigen Vermögensaufbau sollte der Wert positiv und idealerweise deutlich über Null liegen.

Ist Inflation immer schlecht für Anleger?

Nicht unbedingt. Entscheidend ist, ob Ihre Anlagen eine höhere Rendite als die Inflationsrate erzielen.

Welche Rolle spielt die reale Rendite bei der Ruhestandsplanung?

Ein zentraler Punkt. Über Jahrzehnte hinweg kann selbst eine moderate Inflation Ihre Kaufkraft erheblich verringern, wenn die Renditen nicht Schritt halten.

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